„Weil eh alles geht!“

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„Oppositionsarbeit war noch nie so einfach“, sagt Herbert Kickl zufrieden und lehnt sich zurück. Etwas zu schwunghaft und als die Lehne nicht nachgibt und ihn stattdessen nach vorne drückt, schiebt sie ihn beinahe über die Sitzkante. Aber nur beinahe.

„Wissen sie …“, beginnt der FPÖ-Chef nach kurzer Schrecksekunde und mustert die anwesenden Journalisten eindringlich, bevor er fortfährt: „Ich könnte jetzt einfach die Hände in den Schoß legen und Däumchen drehen, meine Umfragewerte würden trotzdem steigen!“

Ein schelmisches Lächeln huscht über das Gesicht des Hobby-Bergsteigers, ehe er seine Gefühle wieder im Griff hat und mit eiserner Miene verkündet: „Aber das wäre ja noch schöner! Nein, nein, das werde ich nicht tun, auch wenn sich das so mancher von ihnen, bei den ach so unabhängigen Medien wünschen würde.“

Worte sind nicht alles

Stattdessen plane der Spitzenpolitiker eine noch nie dagewesene, eine totale Werbeoffensive. Nach genialen Titeln und Sprüchen, wie dem Abschiebeflieger Airbert One, dem neuen Volksertüchtigungssport Kickl-Ball sowie der geplanten Eröffnung eines FPÖ finanzierten mobilen Gratis-Frisörs namens Hairbert soll es diesmal noch einen Schritt weiter gehen.

„Ich habe große Pläne“, verrät Kickl und präsentiert die Broschüre, die bislang vor ihm auf dem Tisch gelegen hatte. Ein in blau gehaltenes Hochglanz-Druckwerk auf dem in großen Lettern „Alles, was ihr wollt!“ steht.

„Wenn wir schon einen Volksgarten haben, im Roten Wien„, ruft Kickl: „Dann soll es dort auch das geben, was das österreichische Volk verdient hat, ganz nach unserem neuen Motto „Alles was ihr wollt!“ Meine Damen und Herren, ich präsentiere Ihnen den Schlaraffenland-Garten für Patrioten!“

Neben einem Milch-Wasserfall beinhalte das Konzept noch zwei prunkvoll mit Herbert Figuren verzierte Honigbrunnen, Büsche aus Zuckerwatte und eine 24-Stunden geöffnete Bierschank sowie einen Schnitzelsemmel- und Langosstand.

„Im Gedenken an die Zeit der Doppelmonarchie vereinen wir die Tradition mit der Moderne!“, schwärmt Kickl und verliert sich in einem mehrminütigen Vortrag darüber, was das moderne Österreich aus der Zeit des Absolutismus lernen könne.

„Wir haben vieles erreicht, demokratisch, aber auch vieles verlernt, wenn es zum Beispiel um die Zuchthäuser geht. Früher war ein Aufenthalt in diesen Einrichtungen gewiss keine Freude, heute kann man eine Nacht im Gefängnis kaum von einem vier Sterne Urlaub unterscheiden. Und ich sage bewusst vier und nicht fünf Sterne. Man will ja auch bei der Wahrheit bleiben!“

Finanzierung gesichert

Um die Finanzierung müsse sich niemand Sorgen machen, so der FPÖ-Chef, denn die sei „so eindeutig gesichert, wie ein Afghane in Wien sein 20 Zentimeter langes Messer dabei hat!“

Diese Aussage rief heftige Reaktionen hervor. So meldete sich etwa Grünen Vorsitzende Leonore Gewessler zu Wort und verurteilte Kickls Aussage scharf.

„Dieses Gerede von Afghanen mit 20 Zentimeter langen Messern zeigt wieder sehr deutlich, wie engstirnig Herbert Kickl ist“, so Gewessler. Erstens, so die Grünen Vorsitzende, handle es sich bei den traditionellen Khyber-Messern eher um kurze Schwerter denn um richtige Messer und zweitens seien deren Klingen im Schnitt 30 und nicht 20 Zentimeter lang.

„Diese wunderschönen, handgefertigten Kulturgegenstände abwertend als Messer zu titulieren, ist ein Angriff auf die afghanische Kultur, den wir zu tiefst verurteilen“, schloss Gewessler.

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