„Ich bin schon etwas ärgerlich deswegen“, merkt der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen (auch Sascha Fanta-Bellen genannt, Anm.) an und schleckt mit ernster Miene an seinem Weißwurst-Eis, das sich der aus der tirolerischen Variante eines Gaunertals stammende Greis an Ground Zero von einer alten Frau kaufen hat lassen, die ihn zuvor um ein paar Cent angebettelt hatte.
„Mir wurde versprochen“, so van der Bellen, „dass ich mir das Disneyland ansehen kann. Ich bin ein großer Fan der Neuverfilmung von Schneewittchen, weil ich die Schauspielerin, … diese naja, sie wissen schon … Renee Zegler … Rachel Segler … oder so, weil ich die sehr sympathisch finde.“
Etwas verwirrt wirkend taumelt van der Bellen durch die Touristenmassen und sieht sich hilfesuchend um, bis er an einem Touristenartikel-Shop stehen bleibt und einen typisch US-amerikanischen Bierhelm erwirbt.
MEINL-REISINGER BELIEBT WIE EH UND JE
„Europäer machen oft Witze, dass die Amerikaner keine Kultur haben“, murmelt van der Bellen, setzt den Helm auf und betrachtet sein Spiegelbild in der Auslage. „Aber was würden die Europäer sagen, wenn sie das hier sehen könnten?“
Einige Meter weiter sitzt Österreichs Außenmistherrin, Beate Meinl-Reisinger und gibt Autogramme. Oder würde gerne Autogramme geben, genauer gesagt. Sie sitzt an einem aufgestellten Klapptisch, mit einem Permanentmarker in der Hand und einem Stapel Autogrammkarten vor sich liegen und wartet; sie wartet schon seit einigen Stunden, ob sich nicht vielleicht doch jemand zu ihr verirren könnte.
NIEMALS BOSHAFTE LÜGEN
Meinl-Reisinger ist diejenige, die van der Bellen erzählt hat, sie würde mit ihm gerne ins Disneyland fliegen. Nicht um den Greis arglistig zu täuschen, sondern vielmehr aus Gewohnheit und Zwang. Die amtierende Außenministerin der Alpenrepublik hat viele Fähigkeiten, zumindest ein oder zwei, wird erzählt, aber die Wahrheit zu sagen, das gehört nicht dazu.
„Einmal habe ich im Restaurant Miesmuscheln bestellt, obwohl ich die überhaupt nicht ausstehen kann“, erzählt Meinl-Reisinger. „Aber was hätte ich denn machen sollen? Als mich der Kellner gefragt hat, worauf ich Lust habe, da ist es einfach so aus mir herausgeplatzt!“, bemitleidet sich die blondierte Frau mittleren Alters selbst.
KUNST UND KULTUR
Der von ihr getäuschte van der Bellen hat es mittlerweile geschafft, sich bis zu einem Straßenkünstler durchzuschlagen, der gerade ein Aktgemälde vom ebenfalls nach New York gereisten Bundeskanzler Christian Stocker zu malen in Begriff ist; gegen Bezahlung von 3.257 US-Doller, umgerechnet also rund 250 Euro.
Den nackt am Rande eines Wasserbeckens posierenden Kanzler betrachtend nimmt van der Bellen einen kräftigen Schluck Bier und betrachtet Fettpolster sowie -falten ausführlich, ehe er sich zu dem Künstler vorlehnt und protestierend festhält: „So sind wir nicht!“
Für die Anstrengungen belohnt wurde der Bundespräsident dann mit einem entspanntem Nickerchen während der UNO Versammlung, bei dem er – es sei ihm vergönnt – dann wenigstens intensiv von einem Ausflug ins Disneyland träumen konnte.


