Keine Panik, der Nanny-Staat ist da!

sonderprivileg

„Wenn sich ein Bauer nicht gegen Ernteausfälle wegen Dürre versichern lassen möchte, dann ist das sein gutes Recht, in einer liberalen Demokratie!“, erklärt Hubert Habert Hubertus, Vorsitzender des Verbands phlegmatischer Bauern.

Hubertus hatte zu einer Pressekonferenz auf eines seiner Felder geladen und sprach von standesgemäß erhöhter Position – auf seinem goldenen Traktor sitzend – zur versammelten Presse.

„Nur weil ein Bauer nicht versichert ist, darf er noch lange nicht schlechter gestellt werden, gegenüber denen, die versichert sind!“, führt Hubertus weiter aus, denn immerhin – so der Obmann der phlegmatischen Bauern – lebe man in Österreich, einem Land, in dem man es aus guter Tradition gewohnt sei, dass Staatsgelder dafür aufgewendet würden, Verluste großer Player zu sozialisieren. Stattdessen wolle der Staat einen Anteil seiner Gewinne und lasse ihn nun auf den Verlusten sitzen.

„So geht das nicht!“, erklärt VP-Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, denn immerhin sei es die Schuld der Politik, dass so viele Bauern nicht versichert seien. „Wenn wir nur 50 Prozent der Prämien zuschießen, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, dass die ungedeckten Schäden so hoch sind, wie sie sind. Das muss sich ändern, die Volkspartei steht für Sozialismus, nicht nur bezogen auf den Kammerstaat, die OBS Haushaltsabgabe sowie während Corona sondern auch dann, wenn es um Bauern geht!“

Neben der ÖVP springt den Bauern nun auch die FPÖ zur Seite und fordert ihrerseits die Verluste nicht versicherter Bauern auszugleichen: „Wir waren immer schon sozialistisch, wenn wir nicht gerade den Sozialismus der Sozialisten oder die Corona-Maßnahmen kritisiert haben!“, stellte FPÖ-Landwirtschaftssprecher Peter Schmiedlechner klar und forderte mehr als nur Lippenbekenntnisse.

„Ein wundervolles Lippenbekenntnis“, wie Hubert Habert Hubertus dem Blauen attestierte. Neben vielen seiner Kollegen könne auch er sich vorstellen, in Zukunft FPÖ zu wählen. „Wir müssen dann nur noch über geeignete Vorfeldorganisationen und die notwendigen finanziellen Zuwendungen laufender Art sprechen“, so der Obmann phlegmatischer Bauern, der seine Organisation direkt als Vorfeld der Freiheitlichen anbieten würde.

Anders als ÖVP und SPÖ sieht es SPÖ Obmann Andreas Babler, der keine Sonderhilfen für nicht versicherte Bauern wünscht.

„Ich bin jederzeit bereit, alles zu geben, das mir nicht gehört, für unsere Leut‘, aber die Bauern sind nicht unsere Leut‘!“, so Babler, der sich überzeugt zeigt, dass „sozialistische Gerechtigkeit“ in die Stadt gehöre und nicht aufs Land.

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