„Endlich meine Verdienste anerkannt!“

mausi am buffet

Für „Mausi“ Lugner (deren bürgerlicher Name entgegen aller Gerüchte nicht Farthilde lautet, Anm.) geht ein Traum in Erfüllung: Kommenden Samstag soll sie im Rahmen der Veranstaltung „Bizarre Unikate der Wiener Lower Society“ in der Kategorie „Egoistischster Sprint zum Buffett“ mit der goldenen Egoismus-Nadel ausgezeichnet werden.

Grund dafür ist das erfolgreiche Verteidigen des Buffets beim Kinderfest im Wiener Rathaus vergangenen Dienstag: Nicht nur erreichte Lugner das Buffet noch vor allen anderen Kindern, zusätzlich gelang es der 98-jährigen 37 Minuten lang ungehindert ihren Hunger zu stillen, ohne dass die Speisen in andere Hände gelangten.

„Vorbereitung ist alles“, erzählt Mausi stolz. Nicht ohne Grund sei sie seit Jahren in der Wiener Lower Society dafür bekannt, bei jedem Empfang, jeder Eröffnung, jeder Gala und im Rahmen jedes Kinderfestes das Buffet zu stürmen.

„Da geht es nicht nur um das kostenlose Stillen meines Hungers, das ist mehr eine Art Sport, man misst sich mit Menschen aller Geschlechter und jeden Alters in der wohl ältesten Disziplin von allen: Dem Wettlauf ums Essen!“, wird die Ex-Frau des verstorbenen österreichischen Fremdschamkönigs und ehemaligen Gastgebers von Dolly Buster in der Zeitschrift „Kostenlos speisen in Wien“ zitiert.

Und auch für die Leser von wasabibrot.com hat Lugner exklusive Weisheiten parat: „Der Trick ist“, so Lugner „dass man schon wenige Sekundenbruchteile vor der offiziellen Buffeteröffnung lossprinted, zumindest, wenn man – so wie ich – schon einige Stunden vor Einlass am Veranstaltungsort war und sich auf diese Weise einen Platz in der ersten Reihe sichern konnte!“

Viele ihrer ebenfalls beschäftigungslosen Kollegen, so Lugner, würden sich nach all den Jahren immer noch damit begnügen, sich für einen Platz in der letzten Reihe oder gar einen Stehplatz zu entscheiden, um näher am Buffet zu sein. Ein Vorgehen, das Mausi nur ein mildes Lächeln entlockt. Ein Lächeln aus Mitleid, wie sie verrät.

„Sowas bringt gar nichts“, lacht Lugner mitleidig.

„Erstens ist man dann nicht auf allen Fotos, die irgendjemand vom Publikum macht, wenn man sich irgendwo hinten hinsetzt, da kann man ja gleich die Zeit zur Buffeteröffnung auf den Toiletten abwarten wie ich in der Zeit vor dem Richard und zweitens bin ich an denen in den hinteren Reihen schon vorbeigerannt, bevor das Wort „eröffnet“ zu Ende gesprochen wird!“, berichtet die Buffet-Schnorr-Expertin stolz und findet, dass ihr schon viel früher eine Ehrung dieser Art zu Teil werden hätte müssen und nicht erst jetzt, nach dem erfolgreichen Abwehren einer hungrigen Meute.

Dennoch, wenn schon spät, dann nach einem solchen Meisterstück der Kunst, da stellt sich die frischgebackene Trägerin der goldenen Egoismus Nadel durchaus hinter das 68-köpfige Gremium der Vereinigung bizarrer Unikate.

„Der Trick war, dass ich einen Kochlöffel mit Nägeln präpariert und so zu einem effektiven Vorratsverteidigungs-Utensil upgegradet habe“, verrät Mausi mit einem stolzen Leuchten in den Augen und schließt etwas philosophischer als man es von ihr gewohnt ist: „Besser spät als nie, aber früher hätte mir natürlich schon sehr gefallen.“

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