„Die Leichtigkeit des Seins“

stocker gießt
gastkommentar des ehem. Vizebürgermeisters von Wr. Neustadt

Hallo, liebe Mamas und Papas unserer Republik und herzlich willkommen bei Stockis Kindererziehung aka „Die Leichtigkeit des Seins“ auch „schweißlose Betreuung“ genannt.

Sie kennen mich, Stocki, vielleicht noch als ehemaligen Vizebürgermeister von Wr. Neustadt oder als Kanzler Kartoffelkopf, von manchen auch Meister respektive Dr. Kartoffelkopf genannt. Sie wissen schon: Der mit dem leicht weißen Flaum an der unteren Hälfte der Kartoffel, was signalisiert: Besser nicht essen, aber Ansehen ist jedenfalls noch okay. Und schön, sagt man mir im Vertrauen.

Falls Sie mich jedenfalls noch kennen, dann kennen Sie gewiss auch noch mein Motto und damit meine ich nicht „wer lange spricht, muss langweilig sprechen“, sondern vielmehr dass man alles so machen solle, dass es keine Arbeit mehr darstellt. Und genau diesem Vorsatz folge ich auch in der Kindererziehung und -betreuung, denn ich biete ein Rundum-Sorglos-Paket an.

Das ist meinem Erfahrungsschatz zu danken, den ich aus der Zeit in der Spitzenpolitik mitgenommen habe: Delegieren geht über studieren und wenn die Kinder studieren, braucht man als Betreuer nicht einmal mehr zu delegieren; oft genügt es ruhig zu bleiben und zu sinnieren, was man denn vorhabe, später zu dinieren.

Kinder brauchen Auslauf

Vielen ist das sicherlich nicht bewusst, aber Kinder sind wie Hamster: Wenn sie sich nicht bewegen, werden sie unförmig und abstoßend. Ich spreche da aus sehr persönlicher Erfahrung, denn ich hatte in meinem Leben schon drei Hamster. Zwei davon passten nicht einmal mehr auf den Grill, während der dritte, Pupsi, so dürr war, dass sich das Grillen nicht gelohnt hätte. Wir haben also gesehen: Auch zu viel Bewegung ist keineswegs zweckdienlich. Nicht bei Hamstern und nicht bei Kindern.

Doch wie sieht nun das Konzept aus, das ich entwickelt habe, fragen Sie? Nein? Ich erzähle es dennoch. „Lasst die Kinder toben, aber nicht zu viel. Lasst sie schreien, aber nicht zu laut. Lasst sie weinen, bis sie aufhören.“ Klingt einfach? Das ist es auch!

In Stockis Kinderbetreuung „Die Leichtigkeit des Seins“ haben wir in weiser Voraussicht mehrere Bereiche errichten lassen, die an die Bedürfnisse der Kinder angepasst sind, um ihre Entwicklung in einem Maße zu fördern, wie es noch vor wenigen Generationen unbekannt war.

Der Raum zum Toben

Der erste Bereich, das ist jener, in dem alle Kinder toben können. Und da machen wir keinen Unterschied nach Geschlecht, Alter oder Markenkleidung. Das wird alles schon vorab geprüft, nicht erst vor dem Betreten des Raums.

Doch wie sieht das aus, werden Sie sich fragen. Glücklicherweise ist das schnell erklärt: Der Raum verfügt über vier Wände, einen massiven Boden und eine sich in rund 3,5 Metern Höhe befindliche Decke. Zutritt kann man erlangen, indem man durch eine Türe schreitet, die sich in einer der vier Wände befindet. Diese Türe ist selbstverständlich nur von außen zu verschließen und zu verriegeln. Sicherheit geht vor!

In diesem Raum haben wir mehrere Sportmatratzen aufgelegt. Es bietet sich also an, dass in diesem Bereich getobt wird. Zu Beginn der Tobezeit werden die Kinder in den Raum geführt und dort für die Dauer der Tobezeit eingeschlossen. Selbstverständlich ist der Raum schallgedämmt, weshalb lautes Schreien erlaubt und Ausweinen ohne Unterbrechung gesichert ist. Effizient und keine Arbeit.

Einschlafen leicht gemacht

Wie jeder weiß, der selbst Kinder hat oder schon einmal welche gesehen hat, benötigen diese sich in Entwicklung befindlichen Menschen ineffizienter, wenngleich auch sehr sympathischer Weise viel Schlaf.

Damit sie selbigen auch erhalten können, haben wir bei Stockis Kinderbetreuung das Einschlafen automatisiert und einen Sprachassistenten eingerichtet, der unseren Schutzbefohlenen auf Knopfdruck das aktuelle Parteiprogramm der Volkspartei vorliest – in meiner Stimme. So schnell sind selten Kinder eingeschlafen, dafür stehe ich mit meinem Namen. Effizient und auch keine Arbeit.

Geschicklichkeit will geübt sein

Natürlich haben wir auch ans Basteln gedacht, jedoch nicht nur bis dahin sondern auch weiter. Bei uns werden die Kleinen nicht nur auf das spätere Leben vorbereitet sondern erfüllen auch jetzt schon wesentliche Aufgaben zum Wohle der Gesellschaft.

So können sich die bei uns untergebrachten Kinder etwa mit modernen Aktenvernichtern und verschiedenen Schreddersystemen spielerisch vertraut machen. Um jederzeit genügend Übungsmaterial zur Verfügung zu haben, sind wir eine Kooperation mit dem Innenministerium eingegangen, die uns große Mengen an mit Chatprotokollen befüllten Kartons, alte Festplatten und Diensttelefone kostenlos zur Verfügung gestellt haben.

Die Aktenlast des Ministeriums wird geringer und die Kinder erlernen Fingerfertigkeit sowie technische Kompetenzen. Doppelt effizient und immer noch keine Arbeit.

Aus der Geschichte lernen

Doch selbstverständlich reicht das alles noch nicht, weshalb „Stockis „Die Leichtigkeit des Seins“ noch mehr bietet, nämlich auch die wesentliche Geschichtsbildung.

Neben Dokumentationen wie „Der heilige Basti“ und „Vom Vizebürgermeister zum Kanzler“ haben wir auch Bildungsmaterial von der Antike (Asterix der Gallier) über das Mittelalter (Der Hobbit) bis in die Zeit meiner Jugend, des 19te Jahrhunderts (Dracula – Tot aber glücklich) in unserer digitalen Medienbibliothek.

Auf Wunsch nach Unterhaltung können Kinder jederzeit einen dieser drei Filme starten und lernen dabei auch wichtige soziale Kompetenzen, nämlich sich auf eine gemeinsame Sache zu einigen und Kompromisse zu finden. Nichts ist wichtiger als das und auch das ist keine Arbeit. Wenn auch nicht allzu effizient.

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