Leo Lugner hat vor neun Jahren in einem privaten Chat über Eiernockerl geschrieben. Dieser Skandal hat den Ehemann der Stieftochter von Simone Lugner nun, nach jahrelangen Ermittlungen, eingeholt. Lugner erhielt vor Gericht eine Diversion.
Der 39-jährige gebürtige Kohlbauer aus Korneuburg bereut seine Tat und erklärte vor Gericht wehmütig, alles sei reiner Zufall gewesen: „Ich habe damals, im zarten Alter von 30 Jahren, aus jugendlichem Übermut die Entscheidung gefasst, einmal eine Straftat zu begehen“, erklärt Lugner. Ohne boshafte Hintergedanken, sondern aus „purem Spaß an der Freude“, wie der Politiker meinte.
Auf Nachfrage des Richters Alexander Nothold, inwiefern das ein Zufall gewesen sei und weshalb sich Lugner denn ausgerechnet für Chatnachrichten über Eiernockerl entschieden habe, erklärte der Beschuldigte, er habe zwischen schwerer Körperverletzung, schwerem Betrug und einem Posting darüber geschwankt, wie köstlich Eiernockerl schmecken würden.
DER FATALE MÜNZWURF
„Wie immer, wenn ich zwischen drei Möglichkeiten schwanke, habe ich eine Münze geworfen“, erklärte Lugner weiter. Und besagte Münze sei eben – das Schicksal habe es so gewollt – auf der Kante stehen geblieben. „Nur deshalb habe ich über Eiernockerl gechattet“, so Lugner, dessen eigene Präferenz schwere Körperverletzung gewesen sei, wie er unter Tränen beteuerte und was auch sein Anwalt bestätigte.
„Eigentlich“, so Verteidiger Adolf Zwielicht, „wollte mein Mandant einen namhaften Wiener Gastronomen mit Hilfe einer Holzlatte verprügeln und hätte er das getan, dann wäre das mittlerweile schon seit vier Jahren verjährt. Dass er sich stattdessen zu besagten Chats hinreißen hat lassen, die ihm obendrein keinerlei Genugtuung verschaffen konnten, liegt an der Münze, nicht an der Entscheidung meines Mandanten“, appellierte Lugners Anwalt an das Gericht.
LUGNER GELOBT BESSERUNG
Jedenfalls habe er aus dieser Causa gelernt, dass es so nicht weitergehen könne, erklärte Lugner nach der Diversion vor Journalisten.
„Dieses ekelhafte Gericht gehört längst verboten!“, rief Lugner, einen Teller mit dampfenden Eiernockerl haltend und entsorgte selbigen in einem Container für Glasflaschen, was dem FPÖ Politiker sofort die nächste Anklage einbrachte.
Zwielicht sieht seinen Mandanten allerdings für weitere Prozesse gewappnet, denn auf sein Anraten hin, habe Lugner nicht nur Sauschädel mit Pommes Frittes zu seinem Lieblingsessen erklärt sondern werde diese neu gefundene Leibspeise auch jährlich in feierlichem Rahmen zelebrieren – umgeben von Menschen, die keinesfalls über Eiernockerl chatten oder schwere Körperverletzungen planen würden.


